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Schwarzer Tag für ?Frosch?

Ein Erlebnisbericht von unserem Vorstandsmitglied Sandra Sax

 

Wie jeden Morgen, bevor wir aus dem Hause eilen, werfe ich nochmals einen kurzen Blick auf unsere Tiere. Nennt es Manie oder Tick, aber es hat sich heute bewährt!

 

Frosch, Chelodina longicollis

Ich sah unseren Frosch (Schlangenhals-Schildkröte - Chelodina longicollis ? geschlüpft im August 2005) nicht wie üblich an der Scheibe seines Aquariums ?herumtanzen". "Nun", dachte ich, ?vielleicht ist er auf der anderen Seite?", guckte genauer und sah ihn dann unter dem Heizstab ?kauern". Sofort war mir klar, dass da was nicht stimmt ? aber was war los??? Ich schaute genauer hin und da traf mich fast der Schlag! Sein Hals war ?dreieckig"!!!

Auf den ersten Blick war klar, er hatte etwas im Halse stecken ? etwas, das mindestens 3 cm lang und auch noch spitz war!

 

Ich rief nach meinem Lebenspartner und versuchte mit grosser Mühe sachlich zu bleiben und nicht in Panik auszubrechen. Dann sofort nach oben ins Büro, die SFB-Homepage öffnen, Tierarztliste abrufen und telefonieren. Der erste Tierarzt hatte Ferien?wie schön für Ihn?!

Beim Zweiten, Frau Ruthishauser aus Zuzgen, dann kurz die Situation geschildert und sofort einen Termin bekommen!

 

Wieder in den Keller und Frosch in ein Plastikbecken umgesiedelt. Dieses wurde mit ein wenig Wasser und Tüchern (als ?Schüttel-Dämpfer") versehen. Kurz im Geschäft Bescheid gesagt, machten wir uns auf den Weg Richtung Zuzgen.

Unterwegs redeten wir über irgendwelche belanglosen Dinge, um uns bloss keine Gedanken machen zu müssen, was mit Frosch alles sein könnte, oder wird, wenn er aufgeschnitten werden muss.

Die Praxis war gut zu finden und wir kamen sofort dran.

 

Frau Rutishauser schaute sich Frosch genau an und meinte, er würde nun eine Vollnarkose bekommen, erst dann könnte Sie schauen wie sie das ?Objekt", was auch immer das ist, aus seinem Hals herausbekomme. Es könne sein, dass man ihm notfalls den Hals aufschneiden müsse?(ich musste mich schon wieder unheimlich zusammenreissen).

 

Beim festeren Abtasten an der Stelle des Halses wo das Objekt herausbeulte, meinte Frau Rutishauser; ?es gibt nach, also nichts sehr hartes". Vermutlich ein ganzer Fisch?!

Wir tippten sofort auf einen Wels; davon leben nämlich einige mit Frosch zusammen im Aquarium.

 

Zwischenzeitlich gab sie ihm, nachdem er zuvor gewogen wurde, die Narkose.

Ich weiss nicht, wo er gestochen wurde, denn ich konnte nicht hinsehen. Die Tierärztin meinte, bei Schildkröten gehe es doppelt so lange wie bei Säugetieren, bis die Narkose wirkt.

Somit beschlossen wir schweren Herzens ins Büro zu fahren und auf den Anruf von Frau Rutishauser zu warten.

 

Der erlösende Anruf kam dann um 10 Uhr. Die Tierarztassistentin informierte mich, dass bei Frosch mit einer langen  Pinzette ein ganzer Fisch herausgeholt wurde! Der Fisch steckte als Ganzes quer im Hals. Frosch ginge es soweit gut, er erhole sich von der Narkose. Seine Speiseröhre sei, bis auf ein paar Kratzer, kaum verletzt? immerhin!

 

Wir durften Frosch dann abends abholen. Als wir um 18 Uhr endlich mit dem kleinen Patienten Zuhause ankommen, wirkt er erschöpft.

 

Der Fisch (siehe Bild) stellte sich als Wels heraus, der mit 6 anderen Artgenossen bei Frosch im Becken wohnte. Eigentlich hat Frosch die Welse noch nie gejagt.

Na ja, die Zeiten ändern sich, die Fressgewohnheiten von Frosch offensichtlich auch ?

Höchstwahrscheinlich hat der Wels, als er verschluckt wurde, seine Flossen aufgestellt und Frosch somit in diese missliche Lage gebracht.

 

Wir legten Frosch noch etwas weichen Schildkrötenpudding in sein frisch geputztes Becken und liessen ihn erst mal ruhen.

 

Die 6 Welse haben wir natürlich zuvor vorsichtshalber in ein anderes Becken umgesiedelt ? jedoch nicht zu unserer Rotwange. Diese hatte zu unserem Entsetzen nämlich zwei Tage zuvor den Anfall, 5 Guppys, sämtliche Guppy-Junge und 5 Welse zu verputzen ?

 

Am Morgen nach dem Vorfall wirkte Frosch immer noch müde, aber seine Neugier kam so langsam wieder. Gegessen hatte er, ausser ein paar roten Mückenlarven (die rutschen am einfachsten durch), noch nichts.

Die Tierärztin meinte während eines Telefongesprächs, dass die Speiseröhre schon etwas zerkratzt und gerötet ist. Die Verletzungen könnten ihm noch ein paar Tage Schmerzen bereiten und er wird womöglich die nächsten Tage nicht oder nur wenig essen wollen.

 

Das ganze ist jetzt erst zwei Tage her - ich denke es kann noch dauern, bis sein kleiner Körper die Narkose ?verdaut" hat.

 

Ich hoffe sehr, dass der Kleine noch mal Glück gehabt hat!

Ob es ihm eine ?Lehre? gewesen ist, kann ich nicht abschätzen, darum wohnen die Welse nun separat - denn so etwas möchte ich kein zweites Mal erleben!!!

 

Sandra Sax

 

 

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