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Sommer-Auflug vom 29. Juli 2007 in die Schildkröten-Auffangstation Chavornay

Voller Vorfreude trafen wir uns um 9 Uhr bei der Post in Pratteln. Dort bildeten wir Fahrgemeinschaften und starteten die rund 2 Stunden lange Fahrt nach Chavornay. Ohne erwähnenswerte Zwischenfälle trafen wir wie geplant um 11 Uhr bei der Station "Protection et Récupération des Tortues (PRT)" in Chavornay ein.

Denis und Sonia Mosimann erwarteten uns bereits und als erstes durften wir die Ausstellungsteiche der neben der Station ansässigen Gärtnerei bewundern. PRT darf in diesen schildkröten-gerechten Teichen einen Teil ihrer Schildkröten unterbringen.

Anschliessend begrüsste uns Denis (wissenschaftlicher Leiter der Station) "ganz offiziell" und informierte uns über die Geschichte der Schildkröten-Auffangstation und über die geplanten Neuerungen. Erstaunt waren wir, als Denis erwähnte, dass PRT die älteste Schildkröten-Auffangstation in Europa sei.

Nach Denis Erläuterungen waren wir natürlich noch neugieriger und konnten es kaum erwarten, ins Innere der Station zu gelangen!

Die vielen Ah's und Oh's beim Betreten der Station waren nicht zu überhören! Die wenigsten von uns haben jemals so viele Schildkröten "auf einmal" gesehen! Obwohl die Rotwangenschmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) zahlenmässig ganz klar dominierte, war die Artenvielfalt der Tiere unglaublich!

Im ersten Raum durften wir einen grossen Innenteich bewundern. Darin befinden sich diverse sehr gross werdende Wasschildkröten. Ausserdem befinden sich in diesem Raum viele Aquarien mit Wasserschildkröten, die sich nicht im Freiland halten lassen.

In diesem ersten Raum werden die Findel- und Abgabetiere jeweils am Samstag morgen zwischen 9.30 und 12 Uhr entgegengenommen. Daneben haben die Besucher die Möglichkeit, Mitglied der PRT zu werden und/oder "Schildkröten-Souvenirs" aus Plüsch, Holz oder Stein zu erwerben oder auch Wein zu Gunsten der Station zu kaufen. Der Erlös dieser Artikel geht vollumfänglich an PRT.

Da wir drei Findel-Wasserschildkröten mitgebracht haben, konnten wir das Prozedere bei der Abgabe miterleben. Die Tiere wurden begutachtet, allfällige Verletzungen (die glücklicherweise bei "unseren" Tieren nicht vorhanden waren) werden behandelt, die Art und Unterart bestimmt und notiert. Anschliessend kommen die Tiere in die grossen "Start"-Becken im Nebenraum. Nach einer gewissen Zeit kommen die Tiere dann in die nach Arten getrennten Becken, wo sie bleiben, bis sie ein neues, artgerechtes, Daheim finden.

Unglaublich, in diesem Raum gab es Baby-Schildkröten mit vielleicht 4 oder 5 cm Carapax-Länge, die von Leuten abgegeben wurden, weil die Tiere zu gross (!!) waren!

Anschliessend durften wir die stations-eigenen Teiche im Aussenbereich bewundern. Wir staunten, wie gut das Gelände (aus-)genutzt wurde - kein Centimeter Platz wurde verschenkt!

Im Aussenbereich befinden sich etwa 5 grosse Teiche, in denen fast ausnahmslos Rotwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) leben; über 250 Tiere! Alle Teiche verfügen über eine wunderschöne Bepflanzung und gut eingerichtete, grosszügige Sonnenplätze. Wenn man über die schmalen Gänge durch die Teiche läuft, hört man immer wieder ein "Platsch", da die Schildkröten ins Wasser fliehen.

Ebenfalls im Aussenbereich befinden sich etwa drei oder vier Gehege für Europäische Landschildkröten - jedes mit einem Frühbeetkasten ausgerüstet.

Als nächstes wartete der "Asien-Raum" auf uns. Die PRT möchte, ähnlich wie Elmar Meier im Zoo Münster, die stark bedrohten asiatischen Schildkröten nachziehen und so diese Arten erhalten.

In diesem Raum sahen wir Schildkröten, von denen wir noch nie gehört hatten ;-) Wunderschöne, aber auch stark bedrohte Tiere. Denis infomierte uns über die verschiedenen Arten/Unterarten, deren Herkunftsgebiet und über die Komplexität der Haltung dieser Schildkröten. Wir staunten, in welcher Artenvielfalt es Schildkröten gibt!

Nach der rund zweistündigen Führung waren wir uns einig: Die Auffangstation "Protection et Récupération des Tortues (PRT)" ist vorbildlich und das Engagment der freiwilligen Helfer ist bewundernswert! Was wäre wohl mit diesen hunderten von Tieren geschehen, wenn es diese Auffangstation nicht geben würde?!

Einmal mehr wird uns bewusst, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist, damit sich Menschen nicht ohne die nötigen Kenntnisse Schildkröten zulegen, um sich etwas später der armen Kreaturen zu entledigen! Viele der in der Station aufgenommenen Tiere haben ein bedauernswertes Leben hinter sich, da sich "ihre" Menschen keine Gedanken über möglichst artgerechte Haltung gemacht haben ...

Bei dieser Gelegenheit übergaben wir Denis die an der letzten SFB-Generalversammlung der Station gutgesprochenen CHF 500.-. Ebenfalls konnten wir Denis CHF 200.- übergeben, die als "Teilnahmegebühr" von den Anwesenden bezahlt wurden. Selbstverständlich überreichten wir Denis und Sonia auch ein kleines "persönliches" Geschenk als Dank für die tolle Führung :-)

Anschliessend machten wir uns auf den Weg ins Restaurant, wo wir ein gutes Mittagessen einnahmen. Natürlich drehten sich unsere Gespräche um Schildkröten, um was denn sonst ;-)

Wie so oft wenn's gemütlich ist, vergassen wir die Zeit und machten uns erst um 16 Uhr (anstatt wie geplant um 15 Uhr) auf den Heimweg, der wiederum rund 2 Fahrstunden dauerte.

Claudia Sommerhalder

» Fotos des Sommer-Auflugs nach Chavornay

 

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